Post Date Feb 22

Pauline Oliveros zum Gedenken: “ Four6 “ von John Cage im Querklang am Berghang. Freitag 24.2.2017 um 20 Uhr, Evangelische Bergkirche Schlierbach.

Number Pieces
In den letzten sechs Jahren seines Lebens (1986–1992) komponierte Cage eine
Serie so genannter number pieces („Zahlenstücke“). Insgesamt handelt es sich um
52 Kompositionen für einen bis 108 Musiker. Die Stücke sind nur nach der Anzahl
der vorgesehenen Musiker benannt. Gibt es mehrere Stücke mit einer bestimmten
Zahl von Interpreten, wird dies durch hochgestellte Zahlen angegeben. Four² ist
demnach das zweite Stück für vier Musiker.
In den meisten Kompositionen dieser Serie gibt Cage für jeden Klang durch die von
ihm so genannten Zeitklammern („time brackets“) flexible Zeiträume an, in denen
die Klänge beginnen und enden müssen.

Beispiele für Zahlenstücke:
Four6 unspecified March 1992
Pauline Oliveros, Joan La Barbara, William Winant and Leonard Stein
Each performer chooses 12 different sounds and plays within flexible time brackets. The sounds must have fixed amplitude, overtone structure, etc.
The first performer’s part may be performed solo, as One7.

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Alle fünf number pieces beruhen auf dem von Cage oft eingesetzten Time-Brackets-Prinzip . Jeder Spieler folgt einer zeitlich individuell festgelegten Aktion, die mittels Stoppuhren koordiniert werden. Innerhalb einer bestimmten Zeitdauer erklingen notierte Aktionen, die meist nur einige der Parameter Tonhöhe, Dauer, Dynamik, Klangeigenschaften oder Reihenfolge vorgeben. Jedes Stück entwickelt somit eine eigene Klangskulptur, die einer fortdauernden Transformation folgt. Und jedes Stück klingt bei jeder Aufführung anders. Umberto Eco sah in dem Schaffen von Cage das auf die Musik übertragene offene Kunstwerk, das sich hier durch die Freiheit und somit Wahlmöglichkeit des Einzelnen kennzeichnet.
Die transparente Struktur der number pieces verlangt musikalisch ein Ritual für jeden Ton, für jedes Geräusch, für die Stille.“ If you celebrate it, it’s art, if you don’t, it isn’t“ – dieses bekannte Zitat von Cage bildet in den number pieces die Voraussetzung zur Realisierung seiner kompositorischen Idee.
Der einstige Solointerpret des Philharmonischen Orchesters Heidelberg und Mitbegründer des Weltmusik Ensembles „arkestra convolt“ Michael Schneider spielt und improvisiert gemeinsam mit der Sängerin und Vokalkünstlerin Paulina Tyszka die Cellosuite II in d-moll von Johann Sebastian Bach. Während des Spiels spontan aber entdecken die beiden immer wieder Gelegenheiten, vom Original abzuweichen. Sie legen Pause ein für eine musikalische Zwischenmahlzeit in anderen Regionen und Sphären – bis sie ein
Schlupfloch zurück zum Original finden, um dort wieder fortzufahren.
Die eine Facette wird inspiriert von „Play Bach“, die andere ist die Befreiung von deren Notentext. Der Zuhörer verliert trotzdem nie den Bezug zum Original – zu klangvoll schwingt im Untergrund die wunderbare Musik des verehrten Meisters weiter.
Das Interludium zwischen den Suiten gestalten die Sängerin und der Instrumentalist zusammen mit ihrem „Special Guest“, der Klangkünstlerin Monika Golla. Hier erleben Sie die d-moll Suite in Klangzitaten, zerlegt in Einzelteile, ein Puzzle, scheinbar zerfleddert wie die Musik von John Cage. Bleibt sie nun stehen, geht sie weiter? Dreht sie sich im Kreis um sich selbst? Wann beginnt sie überhaupt? Diese Fragen können Ihnen erst nach dem Konzert beantwortet werden, denn es ist, als handele es sich an dem Abend auch um die weltberühmte Komposition von Charles Ives: „The unanswered question „…

Mitwirkende:
Paulina Tyszka, Monika Golla, Claus Rosenfelder, Michael Schneider

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Post Date Jan 24

Querklang am Berghang – first – in 2017: Musik von Bach bis Cage. Ein Avantgarde Event das seinesgleichen sucht. Am 24. Februar 2017 um 20 Uhr in der Evangelischen Bergkirche Schlierbach.

Paulina Tyszka : Nach dem Abschluss einer klassichen Gesangsausbildung folgten zwei Jahre Jazzgesang Studium in Breslau. Gleichzeitig begann sie mit dem Kultur- und Animationsstudium. Gleichzeitig studierte sie am Grotowski Institut Experimentelle- und Improvisationsmusik. Hinzu kamen zahllose Workshops in Gesangs- und Schauspieltechnik.
Nach dem Abschluss ihres Gesangsdiploms begann sie mit dem Studium der Musikwissenschaft. Seit einem Jahr lebt sie in Frankfurt am Main.

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Monika Golla :* 1966 Bytom (Beuthen) PL / Studium der Kunstgeschichte und -pädagogik a.d. Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main / Studium Visueller Kommunikation, Audiovisuelle Medien – Freie Fotografie a.d. Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main / Aufbaustudium bei Rudolf Bonvie, Fotografische Konzepte / Arbeitsstipendium Universitätsstiftung Augsburg / Atelierstipendium Association of Icelandic Visual Artists, Reykjavík / Artist in Residence, Antonie-Leins-Künstlerhaus Horb am Neckar 2012-15 / nominiert für den Dt. Klangkunstpreis 2010 zusammen mit Nikolaus Heyduck / seit 1996 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Raumkonzepte, Klanginstallationen und -performances, Workshops, Projekt- und Ausstellungskonzeptionen sowie kuratorische Tätigkeit / seit 2015 Aufbau und Projektleitung kunstortELEVENartspace gemeinsam mit Frank Fierke

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Uli Johannes Kieckbusch : Nach seinem Musikstudium begann er seine Karriere als Pianist und Klarinettist, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Multi-Instrumentalisten entwickelt.
Daneben stehen Improvisationskonzerte, in denen sich die Musik ohne irgendwelche Absprachen entwickelt.
Uli Johannes Kieckbusch ist auch Objektkünstler und hat somit eine besondere Beziehung zur Bildenden Kunst. Er bezieht sich in seiner Musik gern auf Bilder und Objekte. Wird er für die musikalische Umrahmung einer Ausstellung engagiert, beschäftigt er sich vorher eingehend mit den ausgestellten Werken. Viele seiner Kompositionsaufträge haben den Bezug zu Werken zeitgenössischer Kunst zum Inhalt.
Er hat immer wieder Versuche unter-nommen, Text und Musik in Beziehung zu setzen. Ein gutes Beispiel dafür ist sein Thomas-Bernhard-Programm.
Kieckbusch erweitert gern die instrumentalen Grenzen durch neue Spieltechniken. So verändert er den Klavierklang durch Präparation des Flügels sehr effektvoll mit originellen Materialien wie z.B. Radiergummis, getrockneten Zitronen und anderen Trockenfrüchten. Dazu kommen Tischtennisbälle und weitere sowohl vorgefundene als auch selbstgemachten Präparationsgegenstände.
Uli J. Kieckbusch wurde am 6.2.1954 in Bruchsal geboren. 1974 – 1982 studierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen. Neben dem Klavierstudium beschäftigte er sich intensiv mit Neuer Musik, Jazz und außereuropäischer Musik.

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Post Date Dez 30

Der Querklang 2017 beginnt mit dem Neujahrskonzert am Freitag den 20.1. : “ arkestra convolt “ mit Kompositionen von Claus Rosenfelder und Uli Johannes Kieckbusch.

So turbulent wie der “ fast-Kopfstand “ des Cellisten Michael Schneider auf dem Bild, so turbulent beginnt das erste Konzert der Weltmusikgruppe arkestra convolt.
Die Melodienliebe aus der Folklore wird gepaart mit Klangexperimenten der Neuen Musik – ein Fest der Sinne und der Phantasie.

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Post Date Dez 30

arkestra convolt in der Freizeitschule Mannheim.

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Post Date Dez 5

Paulina Tyszka singt die Cello Suiten von Johann Sebastian Bach im Weihnachts-Querklang in Begleitung des neuen Kohl-Cellos und Michael Schneider. Freitag den 16. Dezember um 20 Uhr Evangelische Bergkirche Schlierbach.

Ein Erlebnis das wieder unter die Haut geht: der Dezember Querklang und die Cello Musik von Johann Sebastian Bach begleitet von der improvisierenden Sängerin Paulina Tyszka.
Aus der Werkstatt von Geigenbaumeister Matthias Kohl stammt das neue Cello, das an diesem Abend seine “ Bach-Premiere “ feiert.

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